Sie sind hier: Einleitung

Einleitung

Was ist ein Maßnahmenkonzept (MAKO)?

Maßnahmenkonzept (MAKO) ist in Nordrhein Westfalen die Bezeichnung für einen komprimierten Maßnahmenplan, der für FFH-Gebiete erstellt wird. Die MAKO-Methodik wurde eigens für die Umsetzung der FFH-Richtlinie entwickelt, um die naturschutzfachlichen Standards und die Anforderungen im Rahmen von Berichtspflichten zu erfüllen. Die Methodik kann auch für andere Schutzgebiete Anwendung finden. Pflege- und Entwicklungspläne (PEPL) werden für FFH-Gebiete nicht mehr erstellt. Auch für Naturschutzgebiete wird empfohlen, mit der MAKO-Methodik zu arbeiten, weil durch die Datenbankanbindung (s.u.) eine bessere Steuerung der Betreuungs- auswertungs- und Dokumentationsarbeit möglich ist.

Warum und wann werden MAKOs erstellt?

§ 48 c (2) Landschaftsgesetz NRW in Verbindung mit Artikel 2 und 6 der FFH Richtlinie bilden die rechtlichen Vorgaben für die Planungen. Nach der FFH-Richtlinie sind die in FFH-Gebieten notwendigen Erhaltungsmaßnahmen von den Mitgliedsstaaten in „Bewirtschaftungsplänen“ festzulegen. Die Planungen sollen spätestens 10 Jahre nach der Gebietsmeldung abgeschlossen sein. Die Gebietsmeldung erfolgte in den Jahr 2002 bis 2007.

Wer ist für MAKOs zuständig?

Die Erstellung von Maßnahmenplänen für Schutzgebiete gehört zur deren praktischer Betreuung und liegt in der Regel in Händen der gebietsbetreuenden Behörde. Das ist bei Offenland die untere Landschaftsbehörde beim Kreis oder der kreisfreien Stadt und bei Waldflächen die untere Forstbehörde bei den Regionalforstämtern. In Ihren Betreuungsgebieten übernehmen die Biologischen Stationen in der Regel die Planung.

Wie verbindlich sind MAKOs und wie lange sind sie gültig?

MAKOs enthalten ausschließlich naturschutzfachlich begründete Maßnahmen-Vorschläge und sind für Dritte nicht rechtsverbindlich. Für landeseigene Flächen ergibt sich aus der Planung allerdings eine weitgehende Selbstbindung. Makos sollen nach einer Umsetzungszeit von 10 – 12 Jahren fortgeschrieben werden.

Woraus besteht ein MAKO?

Ein Maßnahmenkonzept hat folgende Bestandteile:

  1. Bestandskarte(n)
  2. Ziel- Maßnahmenkarte(n)
  3. Maßnahmentabelle
  4. Erläuterungsbericht
  5. Grafik- und Sachdatenbestand in Datenbank

Wie werden MAKOs erstellt?

Eine ausführliche Arbeitsanleitung, Bearbeitungswerkzeuge und Arbeitshilfen finden Sie in diesem Fachinformationssystem.

Werden MAKOs auch für Vogelschutzgebiete erstellt?

Grundsätzlich werden die Maßnahmenpläne für die Europäischen Vogelschutzgebiete (Vogelschutz-Maßnahmenpläne, kurz VMP) in NRW von der Vogelschutzwarte im LANUV erarbeitet. Hierzu gibt es eine eigene Methodik, die sowohl in Bezug auf die Inhalte als auch auf das Erarbeitungsverfahren an die speziellen Erfordernisse der einzelnen Gebiete angepasst wird.

Die VMP haben – insbesondere in großen Vogelschutzgebieten – den Charakter von Rahmenkonzepten und enthalten in der Regel keine flächenscharfe Maßnahmenplanung, sondern stellen lediglich Schwerpunkträume für bestimmte Maßnahmen dar. Wenn sich FFH-und Vogelschutzgebiete überschneiden, werden Anforderungen an den Vogelschutz im MAKO mit behandelt. Wenn für solche Gebiete sowohl ein FFH-MAKO als auch ein Vogelschutz-Maßnahmenplan erarbeitet werden, wird die zeitlich früher existierende Planung bei der Erstellung der zeitlich späteren Planung berücksichtigt.

Die VMP stellen ausschließlich Ziele und Maßnahmen für die wertbestimmenden Vogelarten des jeweiligen Vogelschutzgebiets und ihre Lebensräume dar. Da aber oft auch Flächen mit FFH-Lebensraumtypen sowie Lebensräume von FFH-Anhangsarten gleichzeitig Lebensraum (-bestandteil) dieser Vogelarten sind, kann es bei räumlicher Überschneidung auch inhaltliche Überschneidungen der VMP mit den MAKOs geben.